Aktuelles aus dem Kulturhistorischen Museum

Alles über Rostock. Jetzt 800 – hier verpassen Sie nichts

Auf geht's zur Geschichte!

In diesem Sommer, bei diesem Wetter können Sie was erleben. Geschichte zum Beispiel. Unser Tipp: Sie gehen erst ins Kulturhistorische Museum und schauen sich die Ausstellung „Rostock. Jetzt 800” an, um danach den roten Punkten zu folgen. Auf der Jetzt-800-Tour durch die ganze Stadt. 50 Orte haben wir für Sie ausgewählt. 50 Orte aus der Geschichte Rostocks. Beispiele gefällig? Hier sind die ersten drei Punkte.

1. Die ersten Rostocker

Wo sich heute, in Sichtweite von Gehlsdorf und Dierkow, eine unbebaute Grünfläche erstreckt, hat im 8. und 9. Jahrhundert n. Chr. reges Treiben geherrscht. Hier sind Archäologen einem bedeutenden Seehandelsplatz der Slawenzeit auf der Spur. In der Niederung zwischen Primelberg und Warnow finden sich zahlreiche Zeugnisse einer ausgedehnten Siedlung und Überreste einer Hafenanlage. Durch archäologische Funde konnten vielfältige Kontakte zwischen Slawen und Wikingern und bis in das Schwarzmeergebiet nachgewiesen werden. Neben den Händlern lebten und arbeiteten in dieser Siedlung auch verschiedene Handwerker, die hier ihre Waren für den Verkauf herstellten. Im 10 Jahrhundert verlandete das Gelände schließlich und wurde nur noch als Siedlung genutzt. In der Sonderausstellung „Rostock. Jetzt 800“ sehen Sie neben zahlreichen anderen eindrucksvollen Stücken auch einen Schatzfund aus dem frühen 9. Jahrhundert. Dieser wurde 1990 in unmittelbarer Nähe eines Brunnens entdeckt. Wesentliche Bestandteile des Hortes waren die silbernen Teile eines Schwertknaufes und insgesamt 146 verschiedenartige Glasperlen. Während der Schwertknauf in Skandinavien hergestellt wurde, ist bei den Perlen eine syrisch-ägyptische Herkunft wahrscheinlich. Zu dem Ensemble gehörten weiterhin ein Goldprobierstein, drei Messing- und zwei Zinkbarren, eine Bleimatrize und einige Silberblechfragmente, die es wahrscheinlich machen, dass es sich um den versteckten Besitz eines Edelmetallschmiedes gehandelt hat.

2. Ein Wald wird gekauft

Die Rostocker Heide ist heute ein beliebtes Naherholungsgebiet und zugleich der größte geschlossene Küstenwald Deutschlands. In der Geschichte der Hansestadt nimmt sie einen besonderen Platz ein, denn sie ist Gegenstand der ältesten erhaltenen Stadtrechtsurkunde Rostocks. Eigentlich ging es 1252 um den Verkauf der Heide. Damals übergab Heinrich Borwin III. der Stadt das Waldgebiet für die Summe von 450 Mark Pfennige. Jedoch findet sich auf der Urkunde auch eine Abschrift eines älteren Dokuments vom 24. Juni 1218, in welchem der Fürst den Gebrauch des Lübecker Stadtrechtes bestätigt, den Einwohnern Rechtssicherheit und Freiheiten sowie Zollfreiheit in seinem Herrschaftsgebiet gewährt. Er verzichtete auch auf sein Recht an im Rostocker Hafen gestrandeten Schiffen, versprach freien Verkehr und verlieh der Stadt die Fischerei auf der Unterwarnow. Das Stadtrecht wurde auf die Mittelstadt und die Neustadt ausgedehnt. Zum Stadtjubiläum ist die Heideurkunde selbstverständlich eines der zentralen Stücke der Sonderausstellung „Rostock. Jetzt 800“.

3. Die Stadt prägt ihr eigenes Geld

Die kleinen Gassen an der Marienkirche vermitteln auch heute noch einen Eindruck des mittelalterlichen Rostocks. Hier befand sich ein Gebäude, welches eine wichtige und vor allem auch sehr symbolische Bedeutung für die frühen Jahre der Rostocker Geschichte hatte: die Rostocker Münze.  Das  Recht, Münzen  zu  prägen  war  ursprünglich  ein  fürstliches  Privileg.  Das  reiche  Rostock   nutzte  die  permanente  Geldnot  des  Fürsten  aus,  um  ihm  dieses  Vorrecht  in  den  Jahren  1325  und  1361  abzukaufen. Damit  besaß Rostock  ein  wichtiges  Privileg,  das  es  in  den  folgenden  Jahrhunderten  zäh  verteidigte. In der Ausstellung „Rostock.Jetzt800“ sehen Sie mittelalterliche Münzprägestempel aus dem 15. Jahrhundert. Rostock, Stralsund und Greifswald vereinbarten bereits 1424, ihre Münzen an die des Wendischen Münzvereins anzupassen. Als sich Stralsund, Greifswald, Anklam, Demmin, Stettin und die Herzöge von Pommern 1428 auf die Prägung sundischer Schillinge einigten, gehörte Rostock nicht zu den Unterzeichnern des Vertrages. Die Hansestadt begann aber 1429 sofort mit der Prägung der neuen Münzen und blieb im sundischen Währungsbezirk Hauptmünzstätte.

Wie Sie die Tour starten können? Ganz einfach. Gehen Sie mit Ihrem Handy oder Tablet auf rostock-jetzt-800.de, der Seite mit allen Infos zur großen Ausstellung im Kulturhistorischen Museum Rostock. Klicken Sie auf die Tour - und schon begleiten wir Sie in die Stadt.

Hintergrund

800 Jahre Rostock. Es gibt eine Menge zu entdecken. Wo? In der großen Ausstellung zur Stadtgeschichte im Kulturhistorischen Museum. Immer dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr.

Auf rostock-jetzt-800.de erfahren Sie alles über die Ausstellung mit mehr als 650 Exponaten auf 1200 Quadratmetern, über die wichtigsten Schätze der Rostocker Geschichte, die erstmals an einem Ort versammelt werden: im Kloster zum Heiligen Kreuz.