Aktuelles aus dem Kulturhistorischen Museum

Alles über Rostock. Jetzt 800 – hier verpassen Sie nichts

Mit Kindern kann man was erleben

6000 Kinder und Jugendliche haben die Ausstellung „Rostock. Jetzt 800”bislang gesehen. Ihre Favoriten? Das Kaiserpanorama, die Handwerks- und Medienstationen. Auch der Zeitreisepass sei ein Selbstläufer, sagt Museumspädagogin Annika Preibisch.

Wie waren die ersten Monate in der Ausstellung „Rostock. Jetzt 800”?

Annika Preibisch: Sehr aufregend und arbeitsintensiv. Wir haben unglaublich viele Führungsanfragen und versuchen natürlich, allen gerecht zu werden…bis jetzt hat das sehr gut geklappt.

Welche Gruppe ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?
Schwer zu sagen, aber besonders die Kindergruppen der Kitas und Grundschulen machen viel Freude mit ihrer unbeschwerten Art, die Welt und die Geschichte zu sehen. Sie geben einem dadurch ganz neue Denkanstöße.

Jetzt mal in Zahlen. Wie viele Kinder und Jugendliche haben bisher mitgemacht?
Bis heute haben sich rund 6000 Kinder und Jugendliche die Ausstellung angesehen.

Wer kann teilnehmen?
Jede Altersgruppe. Wir fangen bei den ganz Kleinen im Kindergarten an, weiter geht es mit Grundschulen, Schulen und Berufsschulen. Zu uns kommen auch viele Vereine, Berufsgruppen, Kollegengruppen, Familien und Privatpersonen. Demnächst habe ich eine Führung mit dem Blinden- und Sehbehindertenverein, auf die ich mich sehr freue, da sie einen vor neue Aufgaben und Betrachtungsweisen stellt und eine ganz andere Art der Vermittlung erfordert.

Können sich Gruppen immer noch anmelden?
Ja gerne.

Was bereitet den Kindern und Jugendlichen am meisten Spaß?
Besonders beliebte Objekte sind das Kaiserpanorama und die Handwerks- und Medienstationen, an denen sie sich ausprobieren können. Auch der Selbstläufer „Zeitreisepass“ findet sehr viel Zuspruch.

Welcher Tipps geben Sie jungen Besuchern, die mit ihren Eltern ins Museum kommen?
800 Jahre Rostocker Geschichte sind lang und alles in einem Besuch zu schaffen, kann sehr anstrengend sein. Lieber erstmal einen Teil ansehen und dann wieder kommen. Der Zeitreisepass ist eine gute Möglichkeit für Kinder, mit ihren Eltern die Ausstellung zu erleben. Er gibt kindgerechte Fragen, Rätsel und Informationen vor, die auch von Erwachsenen gerne gelöst werden.

Welcher Bereich der Ausstellung ist Ihr persönlicher Favorit?
Es sind eigentlich zwei Bereiche, zum einen der archäologische Teil am Anfang der Ausstellung und zum anderen Rostock im 19. und 20. Jahrhundert. Da ich gerne im Bereich der Fotosammlung arbeite und recherchiere, ist das Kaiserpanorama mein absoluter Favorit.

Was bleibt von „Rostock. Jetzt 800”?

Die Ausstellung ist die größte in der Geschichte des Kulturhistorischen Museums Rostock und hat besonderen Eindruck bei den Besuchern von nah und fern hinterlassen. Forschungs- und Rechercheergebnisse im Bereich der Rostocker Stadtgeschichte sind bleibende Elemente. Zudem hat die Ausstellung das Interesse der Menschen an ihrer Stadtgeschichte geweckt - und ich denke, das wird auch weiterhin so bleiben und hoffentlich weiter wachsen. Am liebsten würden wir natürlich dauerhaft eine Stadtgeschichtsausstellung präsentieren können. Leider fehlen uns dazu die Räumlichkeiten.

 

Hintergrund

Neben allgemeinen Führungen durch die Ausstellung werden folgende Themenführungen angeboten:

Eine Stadt feiert Geburtstag – Die Rostocker Stadtgründung vor 800 Jahren (ab Vorschule/ 1. Klasse)

Rostock feiert seinen 800sten Geburtstag. Aber wie gründet man eigentlich eine Stadt und warum beginnt die Rostocker Geschichte in Dierkow? Gemeinsam erkunden wir die Anfänge unserer Stadt. Dabei entdecken wir Schätze, die viele hundert Jahre in der Erde versteckt waren und erfahren etwas über das Leben der ersten Rostocker. Woher kamen sie und warum haben sie gerade hier eine Stadt gebaut? Nach dieser Entdeckungstour werden wir ein eigenes kleines Stadtwappen in Form eines Ansteckbuttons gestalten. (60 min)

Zwischen Hansekogge und Pfarrkirche - Rostock im Mittelalter (ab 5. Klasse)

Wie sah unsere Stadt vor 600 Jahren aus? Wir erkunden gemeinsam die Welt des Rostocker Mittelalters und erleben die Blütezeit der Hanse. Rostocker Kaufleute fuhren mit ihren Koggen über die Ostsee und brachten der Stadt großen Reichtum. Wir blicken hinter die Fassade des Rathauses, lüften das Geheimnis einer riesigen Schere und werfen einen seltenen Blick auf die wertvollen Schätze der Rostocker Klöster und Kirchen. Am Ende der Führung werden wir einen kurzen Text nach mittelalterlichem Vorbild mit Tinte und Feder schreiben. (60 min)

Vom Handwerker zum Fabrikbesitzer – Rostock im Zeitalter der Industrialisierung (ab 7. Klasse)

Das 19. Jahrhundert war für unsere Stadt eine Zeit der Verwandlung. Mit der Erfindung der Dampfkraft kam die Eisenbahn, kamen neue Industrien und neue Einwohner nach Rostock. Die Stadt wuchs und veränderte sich rasant. Wir werfen zunächst einen Blick zurück auf die Blütezeit des Rostocker Handwerks und lernen heute längst vergessene Berufe kennen. Was ist eigentlich ein Grapengießer? Und wie entsteht ein armdickes Schiffstau nur durch Muskelkraft? Schließlich machen wir Bekanntschaft mit modernen Rostocker Unternehmern und ihrem Weg durch die Zeit der Industrialisierung. Wir schauen Rostock anhand von eindrucksvollen Fotos und historischen Stadtplänen beim Wachsen zu, sehen 100 Jahre alte 3D Bilder und machen einen Kurzurlaub in Warnemünde. Nach einem Kurzurlaub in Warnemünde werden wir die Replik einer alten Ansichtskarte beschreiben und versenden. (60 min)

Rostock im Zeitalter der Extreme - Stadtgeschichte 1914 – 1989 (ab 9. Klasse)

Stadtgeschichte ist immer auch ein Spiegel der Weltgeschichte. Vom Ersten Weltkrieg bis zur Wendezeit 1989 lassen sich die großen historischen Themen vor Ort nachvollziehen und konkret veranschaulichen. So bedeutet der Erste Weltkrieg für die Stadt Hunger und Entbehrung während wir aus den Feldpostbriefen dramatische Schicksale der Rostocker Soldaten rekonstruieren können. Die Stadt ist Schauplatz der politischen Kämpfe und kulturellen Umbrüche der 20iger Jahre, später Rüstungsstandort und im 2. Weltkrieg Ziel verheerender Bombenangriffe. Als „Tor zur Welt“ wird Rostock in der DDR schließlich zu einem zentralen Werft- und Hafenstandort ausgebaut. Diesen Entwicklungen gehen wir anhand von spannenden Objekten und eindrucksvollen Fotos nach und folgen einer lebhaften Stadtgeschichte bis in unsere Gegenwart. Im Anschluss geben wir den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit selbst Geschichte zu schreiben und in Form einer Zeitkapsel im Museum aufzubewahren. (90 min)

 

Info

Für Terminabsprachen, Fragen und Anregungen melden Sie sich bitte telefonisch unter 0381/381 4533 oder per Mail: kulturhistorisches.museum{at}rostock.de.

Allgemeine Gruppenführung für Schulklassen, Gruppengröße ca. 25 Personen, kostenfrei

Themen-Gruppenführung für Schulklassen, Gruppengröße ca. 25 Personen, kostenfrei