Aktuelles aus dem Kulturhistorischen Museum

Alles über Rostock. Jetzt 800 – hier verpassen Sie nichts

„Mögen Rostock und die Warnow immer in Bewegung bleiben!”

Professor Dr. Ernst Ludolf Münch lehrt am Historischen Institut der Universität Rostock. Was sind für ihn die spannendsten Entwicklungen in der Stadtgeschichte? Was empfiehlt er Besuchern von „Rostock. Jetzt 800”? Und was schreibt er am Ende der Ausstellung auf die bunten Zettel? Das Interview zum Stadtjubiläum.

Rostock. Jetzt 800. Was kann man in dieser Ausstellung lernen?

Prof. Münch: Die Ausstellung zeigt eindrucksvoll, dass Museen, wenn sie ihrem Anspruch gerecht werden, sich nicht bloß mit historischen Exponaten beschäftigen, sondern die Menschen der jeweiligen historischen Epoche in den Mittelpunkt stellen und auf diese Weise Bezüge zu heute - zum heutigen Besucher - herstellen.

Was ist überraschend für Besucher, selbst für jene, die mit der Geschichte Rostocks vertraut sind?

Rostock als qualitativ und quantitativ bedeutendste und größte Stadt Mecklenburgs (und teilweise darüber hinaus) seit dem Mittelalter, nicht nur als Hanse- und Universitätsstadt, sondern auch in vielen anderen Bereichen: Bildung, Kultur, Wirtschaft, Handel, Verkehr.

Aus der Sicht des Historikers: Welche sind die spannendsten Entwicklungen in der Stadtgeschichte?

Das überregional bedeutsame Handelsemporium am Primelberg bei Dierkow; die Stellung Rostocks als eine der insgesamt führenden Hansestädte; die frühe Universität und der frühe Buchdruck; die ständigen Kämpfe zwischen Rat und Bürgergemeinde; Rostock als Zentrum der Industrialisierung - mit den Schattenseiten: Kriegsrüstung und Bombardierung als Folge

Welche Tipps geben Sie Besuchern von „Rostock. Jetzt 800”?

Ausgrabungen am Primelberg. Stationen, an denen die Besucher selbst aktiv werden können, wie beim Plan Rostock um 1600 oder beim Werdegang eines Handwerkers. Das Kaiserpanorama.

Sie gehören zum Rostocker Festkomitee. Welche Rolle spielt die Ausstellung im Jubiläumsjahr?

Neben dem Rostock-Lexikon bietet die Ausstellung während des Jubiläumsjahres die zugleich umfänglichste und komprimierteste Aufarbeitung der Rostocker Stadtgeschichte.

Was wird von dieser Ausstellung bleiben?

Hoffentlich der allerletzte Anstoß und die Initialzündung für die in der Stadt dafür Verantwortlichen erforderliche Überzeugung von der dringenden Notwendigkeit einer repräsentativen Dauerausstellung über die Rostocker Stadtgeschichte!

Und was empfehlen Sie jenen, die sich noch tiefer mit der Stadtgeschichte befassen möchten?

Das neue Rostock-Lexikon und die Parallel-Ausstellung im Kröpeliner Tor.

Am Ende der Ausstellung kann man auf einem Zettel notieren, was einem Rostock bedeutet. Was würden Sie draufschreiben?

Die Mitglieder des Festkomitees wurden um jeweils ein persönliches Motto zum Stadtjubiläum gebeten. Ich schrieb damals: Mögen Rostock und die Warnow immer in Bewegung bleiben!

Zur Person

Professor Dr. Ernst Ludolf Münch lehrt am Historischen Institut der Universität Rostock. Seine Lehrgebiete sind die Geschichte des Mittelalters und die mecklenburgische Landesgeschichte. Münch ist Vorsitzender der Historischen Kommission für Mecklenburg und Mitglied des Festkomitees zum Rostocker Doppeljubiläum.

Hintergrund

800 Jahre Rostock. Es gibt eine Menge zu entdecken - in der großen Ausstellung zur Stadtgeschichte im Kulturhistorischen Museum. Immer dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr. Auf rostock-jetzt-800.de erfahren Sie alles über die Ausstellung mit mehr als 650 Exponaten auf 1200 Quadratmetern, über die wichtigsten Schätze der Rostocker Geschichte, die erstmals an einem Ort versammelt sind: im Kloster zum Heiligen Kreuz.