Aktuelles aus dem Kulturhistorischen Museum

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Woher wir kommen

Bereits in den Jahren um 760 n. Chr. gab es einen Seehandelsplatz an der Warnow. Im 9. Jahrhundert erlebte die Siedlung ihre Blütezeit. Ihr Markt wurde von Händlern besucht, die importierte Waren aus Skandinavien, dem Schwarzmeergebiet und dem Fränkischen Reich anboten und einheimische Erzeugnisse aufkauften. Daneben stellten Handwerker vor Ort verschiedene Handelsgüter her.

Verlandungsprozesse in der Warnowniederung führten dazu, dass der Platz von größeren Schiffen nicht mehr erreicht werden konnte und im 10. Jahrhundert seine Bedeutung verlor. Als einfache dörfliche Siedlung wurde der Primelberg (im heutigen Dierkow) bis in das 12. Jahrhundert genutzt.

Dass es an der Warnow bereits vor der offiziellen Stadtgründung 1218 eine Siedlung gab, ist lange bekannt. Ausgrabungen haben aber weitere Details ans Licht gebracht. „Wir haben Siedlungsreste und Schiffsteile aus der Zeit um 750 nach Christus entdeckt“, sagte Prof. Dr. Hauke Jöns, Prähistoriker am Niedersächsischen Institut für historische Küstenforschung in Wilhelmshaven, gegenüber der Ostsee-Zeitung. Zum Beispiel konnten in knapp 40 Zentimetern Tiefe die Reste eines Schiffes ausgegraben werden. „Wir haben einen Holzspant entdeckt“, so Jöns. „Früher könnten hier bis zu 18 Meter lange Schiffe angelegt haben.“

Es blieb nicht der einzige Fund: auch Keramikreste, Knochen, Werkzeuge und Fundamente von Häusern wurden freigelegt. Auf dem Foto oben ist zum Beispiel der Grundriss einer 5,2 x 4,5 m großen Parzelle zu sehen. In ihr stand ein 3,2 x 3,2 m großes hölzernes Gebäude mit einer Feuerstelle.

Hintergrund

800 Jahre Rostock. Es gibt eine Menge zu entdecken - in der großen Ausstellung zur Stadtgeschichte im Kulturhistorischen Museum. Immer dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr. Auf rostock-jetzt-800.de erfahren Sie alles über die Ausstellung mit mehr als 650 Exponaten auf 1200 Quadratmetern, über die wichtigsten Schätze der Rostocker Geschichte, die erstmals an einem Ort versammelt sind: im Kloster zum Heiligen Kreuz.